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Berichte & Galerie » Erlebnisberichte


Erlebnisbericht der Motorradtour
Korsika & Sardinien im September 1999

MoniGeschrieben von Moni Gennermann aus Bremen

Tja, nun sitze ich hier in meiner Bude und die Heizung läuft jetzt im Oktober schon fast wieder auf Hochtouren. Kann mir nicht helfen, aber im sonnigen Süden war´s eben doch ne Ecke angenehmer als in norddeutschen Gefilden.......
tolle Aussicht ´ne Freundin, die ich schon wochenlang mit meinen unschlüssigen Urlaubsplanungen genervt hatte, stieß mich mit der Nase auf die Anzeige vom Seylerhof (Korsika und Sardinien). Die suchten nette Leute für gemeinsame Touren usw. Nach mehrfachem "meinste ich sollte" und "glaubste das wär was" und "hört sich ja geil an", kam mir meine Spontanität zur Hilfe und ruckzuck hatte ich beide Wochen gebucht. Doch meine Zweifel waren mir doch echte Sorgenkinder - ein Seylerhof-Team aus Luxemburg (nie was von gehört) Und was für Typen würden sich dort wohl zusammenfinden. Aber - bei fast 30 Leuten würde ja bestimmt jemand Nettes dabei sein, oder?
Morgens, 7.00 Uhr Hafen: nach einer Zwischenübernachtung near Livorno war ich doch recht "cool angespannt" und neugierig auf die Gesichter. Wie sich rasch herausstellte, war meine Aufregung mal wieder völlig überzogen. Auf den ersten Blick doch tatsächlich Menschen und keine Ungeheuer, die sich für die Tour angemeldet hatten. Nach der Einschiffung Richtung Korsika konnte man sich schon mal ein wenig beschnuppern und versuchen, sich ein paar Namen einzuprägen. Der meistgesagte Satz an diesem Morgen war wohl "wie heißt Du denn" und "schon wieder vergessen".
LeuchtturmIn Bastia angekommen wurden wir von Uwe (Chef vom Seylerhof) in Empfang genommen und stellten fest, daß die Tourguides sämtlich mit Pkw + Motorradtrailer angereist waren. Wenn ich mich recht entsinne, haben wir sie spontan Weicheier genannt. Nach grober Einteilung in 3 Gruppen dann rauf auf die Mopeds und entlang der "Scala Stanta Regina", Richtung Golf von Sorgone, wo wir unsere Ferienhäuser (zwar nicht supermodern, aber o.k. für eine Woche) beziehen sollten. Als Korsika-Wiederholungstäter hatte ich mich schon sehr auf die vielen Kurven, die schöne Landschaft gefreut - jetzt hatte ich endlich beides wieder.
In den kommenden 5 Tagen hatten wir die Möglichkeit, uns für die vorbereiteten Touren bei den Tourguides Erich, Erwin und Uwe zu entscheiden; Gesamtkilometer zwischen 200 und 300 pro Tag. Gar nicht so einfach, aus den verlockenden Angeboten das Passende herauszupicken. Ich (noch ein bißchen geschockt vom recht langsamen und stockenden Tempo des Anreisetages) war schon besorgt um das Gruppentempo, doch schon mit der 1. Tagestour ging´s dann ganz ordentlich ins rechte Handgelenk. AbendstimmungDiese Kurven - einfach unglaublich und rattenscharf, Straßenbeläge von Holper- bis Rennstrecke - alles dabei, auch Schotterpiste, zwar nicht unbedingt die Lieblingsstrecke meiner Fireblade, aber doch zu schaffen. Außerdem waren wir zwei ja "nicht zum Spaß hier" - und als Frau den "Rock anziehen" wollte ich schließlich auch nicht..... Augen zu und durch.... An so manchen Orten und Ausblicken (davon gibt´s ja sooooo viele) hätte ich mir schon gewünscht, mehr Fotos schießen zu können, doch in der Gruppe schier unmöglich. Wie sich herausstellte, wäre das auch fatal für die Zeitplanung gewesen. 300 km - nicht sehr viel; hier auf der Insel - endlose Weiten!! Eine unserer Tagestouren (mit 400 km fast 100 km länger als geplant) mit Tourguide Erich (den ich nebenbei gesagt ob unseres kleinen "Privat-Rennens" ab sofort in mein Herz geschlossen hatte), forderte uns schon mächtig Kondition und Durchhaltevermögen ab und am Ende der Tour waren wir doch rechtschaffend k.o.
Das erste Bierchen beim Apres-Biking ließ nicht lange auf sich warten (das 2. und 3. und alle weiteren übrigens auch nicht...) einsamer SandstrandSelbstverständlich gab´s für alle Motorradmüden auch Strand-Stunden, denn es war ja jedem selbst überlassen, sich den Urlaub zu gestalten. Ich hatte auch nie das Gefühl, daß sich jemand aus der Gruppe nun unbedingt die "goldende Motorrad-Wandernadel" verdienen und einen Haken hinter jede Tour machen wollte. Spaß an erster Stelle und niemals ein "Muß". Naja, so manchen Morgen hab´ ich mich schon gefragt, warum ich es mir fast jeden Tag wieder angetan habe, mitzufahren, aber meine Angst, irgendwas zu verpassen, war wohl doch größer.....
Unsere 2-Tages-Tour traf uns sprichwörtlich wie Blitz aus heiterem Himmel; Gewitter und Regen den ganzen lieben langen Tag lang. Schotterwege - für den der's mag!Kein Vergnügen, doch auch das konnte uns die gute Laune nicht nehmen. Abends wieder mal gemütliches Zusammensein mit gutem Essen und leckerem Rotwein, jede Menge Witze und Sprüche klopfen bis in den frühen Morgen ließen Langeweile gar nicht erst aufkommen. Am nächsten Morgen dann rein in die teilweise noch nassen Klamotten, die allerdings bei strahlendem Sonnenschein und heißen Temperaturen rund um´s Cap Corse (ganz toll!) rasch abtrockneten. Dann war sie auch schon rum, unsere 1. Woche. Für diejenigen, die nur Korsika gebucht hatten und jetzt wohl doch noch gerne dabeigeblieben wären, hieß es Abschied nehmen; für den Rest der Bande Aufbruchstimmung. Selbst der Himmel schien traurig, denn es nieselte und die Straßen waren spiegelglatt.
Von Bonifacio aus ging´s mit der Fähre nach St. Teresa auf Sardinien - Motorradverladung diesmal ganz unaufregend. Ein kleiner Unfall der Tourguide-Autos raubte uns nachmittags ein paar wertvolle Stunden, unser Quartier in einem kleinen Bergdorf im Gennargentuendlose Küste (fast genau in der Mitte der Insel) konnten wir schwerlich noch bei Tageslicht erreichen; hinzu kam ein Defekt am Motorrad-Trailer und ein platter Reifen, der notdürftig "geflickt" wurde. Gegen 22.00 Uhr kamen wir kaputt, müde und leicht genervt in unserem Hotel an, und irgendwie war die Luft nun auch bei uns raus...... Sonne am Morgen vertreibt Kummer und Sorgen. Frei nach diesem Motto kam auch die gute Stimmung zurück. Die Neuankömmlinge, die (nur) die zweite Woche gebucht hatten, stießen im Laufe des Tages zu uns. Wer es nicht glauben mag, die Straßen auf Sardinien sind tatsächlich noch ´ne Ecke breiter, noch ´ne Ecke schöner und noch ´ne Ecke flüssiger zu fahren als auf Korsika. Einfach unglaublich und binnen kürzester Zeit hatte ich meinen ganz persönlichen "Kurvenorgasmus".
Unsere 2-Tages-Tour (mal wieder im Regen) begann mit einem kleinen Unfall (wie gesagt, die Straßen sauglatt bei Nässe) - einen Tick zuviel Gas nach ´ner Kurve und schon saß Jürgen samt seiner BMW mit dem Hintern auf der Straße - dank Sturzbügel und geringen Tempos nichts passiert. Übernachtung bei Gino, einem kleinen Weinbauern, den Ivo (Uwe) schon von früheren Besuchen kannte. Ein umfangreiches Abendessen und Wein bis zum Abwinken bis spät in die Nacht. Der deutsch-italienische Folklore-Chor (Uwe / Gino) war zwar ohrenbetäubend schlecht, sorgte aber für allgemeine Belustigung, und die beiden hatten mächtig viel Vergnügen (man munkelt, es hätte in den frühen Morgenstunden noch eine Küchenorgie gegeben, bei der die Reste des Abendessens verspeist und die Küche wie nach einem Bombeneinschlag hinterlassen wurde ......)
Rücktour am nächsten Morgen nach Aritzo. Mittagspause und ein paar Sonnenstunden an einem Super-Sandstrand mit Riesenbrandung an der Costa Verde. FelsformationenAus der Sicht meiner Fireblade leider wieder über Stock und Stein zu erreichen, aber eben sehr lohnenswert. "Freies Zeittraining" (Gruppenordnung aufgehoben) dann auf der rattenscharfen Strecke von Fluminimaggiore nach Iglesias (Kurvengeschlängel fast 40 km, auf dem man sehr viel Gummi lassen konnte, wenn man wollte - und - irgendwie wollten alle....), glückliche und leuchtende Augen am Ende des Streckenabschnittes. Leider neigte sich auch diese Woche auf Sardinien dem Ende entgegen und ein zünftiges Bierchen zum Abschied in der Kneipe "um die Ecke" war Pflicht. Unser Stimmungslied ("ich ging einmal spazieren mit ´nem Madel an der Hand"....) wurde kurzerhand mit den Anekdoten des Urlaubs umgedichtet und wir hatten mächtig viel zu lachen an diesem Abend. Dann am Samstag Abreise. Zwischenstop nochmals am Strand, die letzten Sonnenstrahlen tanken, ein letztes gemeinsames Abendessen, Stauseedann das Einschiffen auf die Nachtfähre in Olbia (mal wieder sehr aufregend und abenteuerlich, Dampfer proppenvoll, heiß und die teilweise die letzten scheiß Ecken zum Festzurren der Mopeds). Auf Deck das letzte gemeinsame Bierchen, keine Stimmung und es dauerte auch nicht lange, bis sich alles in die Kabinen oder Schlafsäcke verzogen hatte.......
Morgens, 9 Uhr Livorno - ich hasse Abschiede und war entsprechend traurig, mich von allen zu verabschieden. Nun stand die Rückreise an und in diesem Moment war ich neidisch auf alle Weicheier, die bequem im Auto die Heimreise antreten konnten. Nach Gewitter-Sturzbächen quer durch die Schweiz und knapp 15 Stunden auf dem Bock fehlte mir irgendwann die Muße, dem Motorradfahren einen tollen Gedanken abzugewinnen. Mit steifen Schultern, steifen Nacken und einem nicht mehr mir gehörenden Hintern war ich gegen Mitternacht dann endlich zu Hause - mit der Erfahrung reicher, eine solche Strecke nie wieder in einem Stück fahren zu wollen.
Fazit:
Ein Urlaub, in dem ich voll auf meine Kosten gekommen bin, tolle Landschaften, reichlich Kurvenvergnügen, viele liebe nette Leute kennengelernt. Ich hatte meinen ganz persönlichen Spaß und denke, daß es den meisten wohl auch gefallen hat. Ist man nicht ganz unaufgeschlossen, wird man von einer Gruppe ganz schnell mitgerissen. Wenn man dann auch noch einen kleinen Teil selber beisteuert, dann klappt´s nämlich auch mit dem Nachbarn.........

Viele liebe Grüße von Moni aus Bremen


Liebe Moni,
vielen Dank für diese tolle Erzählung.
Wir würden uns freuen,
Dich bald wieder bei einer Tour dabei zu haben.

Das Seylerhof-Team

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